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Archive for the ‘Projekt’ Category

Svens TED Talk

Seit Jahren verfolgen wir die meist inspirierenden Vorträge der Plattform TED. Was für eine tolle Erfahrung, selbst als Redner eines TED Talks eingeladen zu sein! Svens TED Talk an der ISK Nairobi wurde nun veröffentlicht!

 

Kurz-URL: http://www.bit.ly/ZieglerTED

 

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Schwere Jungs

Es gibt Leute in Nairobi, denen möchte man lieber nicht begegnen. Allen voran sind das sicher die gewaltbereiten Gangsterbanden, die in Nairobi und dessen Vororten ihr Unwesen treiben. Bisher war ich dankbar, dass wir vor ihnen verschont geblieben sind. Nun bin ich ihnen begegnet. Sie waren die interessantesten Seminarteilnehmer bisher…

Die Erfolgsgeschichte

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Yakub vor einem seiner „Matatus“

Wie ein Musterschüler hat Yakub, ein Teilnehmer meiner ersten Seminarreihe für Kleinstunternehmer, eine Geschäftsgelegenheit gesehen und verwirklicht: Quer durch den Kibera-Slum hat die Regierung vor Kurzem eine Straße gebaut und geteert. Diese neue Strecke verlangte nach einem öffentlichen Verkehrsnetz, das in Kenia hauptsächlich aus Kleinbussen besteht, die sich „Matatus“ nennen. Gemeinsam mit zwei Freunden kaufte er einen alten Kleinbus und holte weitere Teilhaber ins Boot. Yakubs Matatu-Gesellschaft „Kibera Lindi Sacco“ startete mit einem Fuhrpark von zehn Kleinbussen, mittlerweile nennen sie 24 Matatus ihr Eigen! Die 40 (!) dadurch geschaffenen Arbeitsplätze besetzte Yakub bewusst mit ehemaligen bzw. damals noch aktiven Gangstern, um ihnen eine neue Perspektive zu geben. Es gab sogar Beschwerden von Fahrgästen, warum er so böse Leute beschäftigt. Yakubs Gegenfrage leuchtete ein: „Wollt Ihr, dass sie Matatus fahren, oder Leute überfallen?“ Mittlerweile hat Yakubs Matatu-Gesellschaft ca. 2000 Euro angespart, die in Geschäftsgründungen investiert werden sollen. Und da die Ex-Gangster darin mit einbezogen werden sollen, jedoch kaum eine Ahnung vom Geschäftsleben haben, wurde ich mit meinem Geschäftsseminar eingeladen.

Das Seminar

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Aufmerksame Seminarteilnehmer

So traf ich mich über fünf Wochen lang jeden Montag mit den „schweren Jungs“, und die Teilnehmerzahl stieg stetig. Zu Spitzenzeiten hatten wir 32 junge Leute in dem kleinen Seminarraum mit Lehmwänden und Wellblechdach, aus dem wir vor Beginn erst die Hühner und Ziegen vertreiben mussten. Bereits am ersten Seminartag habe ich eine kleine Ahnung davon bekommen, was die Jungs in ihrer Vergangenheit durchmachen mussten. Einige hatten extrem rote Augen von den konsumierten Drogen, andere auffällige Narben. Da die meisten offenbar nur begrenzt eine Schulbildung genießen konnten, habe ich das Seminarprogramm noch einmal stark vereinfacht und vermehrt mit Bildern und Illustrationen gearbeitet. Immer wieder konnte ich betonen, welche Perspektive Gott in ihr Leben bringen kann und welche Veränderungen mit IHM möglich sind. Ich war begeistert über die Gruppendynamik, die sich mit der Zeit entwickelt hat. Und manch ein „schwerer Junge“ hat sich gefreut wie ein Kind, als er einfache wirtschaftliche Zusammenhänge oder Grundladen der Buchführung verstanden hat…

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Viel Raum für Diskussionen

Aha-Effekte

Im Laufe der Seminarreihe gab es viele große und kleine Highlights und Aha-Effekte. So war z.B. eine Gruppe anwesend, die Wasser per Lastwagen in einen großen Tank füllen lässt und dieses in Kanistern an die Slumbewohner verkauft. Den Gewinn haben sie bisher täglich unter den Teilhabern aufgeteilt. Bei einer genaueren Kalkulation der Einnahmen und Ausgaben waren sie erstaunt über den wöchentlichen Gewinn. Noch während des Seminars haben sie die Entscheidung getroffen, einen Teil des Gewinns ab sofort zurückzulegen. Innerhalb eines Jahres sollten sie damit genug Geld angespart haben, um einen weiteren Wassertank anzuschaffen – und damit ihr Geschäft zu verdoppeln!

Geschäfte = Sicherheit?

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Im Gruppengespräch vertieft

Das Ziel meines Seminares ging jedoch noch etwas weiter: Teile der neuen Matatu-Strecke sind wenig belebt, dunkel und damit sehr unsicher. Nun sollen mit den Ersparnissen der Matatu-Gesellschafft an strategisch wichtigen Punkten gezielt Geschäfte wie z.B. Kiosks, Frisörläden usw. angesiedelt werden. In einer Einheit haben die Teilnehmer eine Skizze ihrer Gegend angefertigt und darin sichere und unsichere Gebiete markiert. Die Hoffnung dabei ist, dass mit den Geschäften, die an strategisch wichtigen Ecken angesiedelt werden sollen, die Straßen belebter und beleuchteter werden – und damit letztendlich sicherer. Wenn der Plan aufgeht, wird ein Teil von Kibera in Zukunft ein etwas sichererer Ort sein als heute. Ein großartiges Gefühl, Teil dieser Entwicklung sein zu dürfen! DSC_0043

 

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Unser kenianischer Partner RealStars vermittelt Patenschaften für bedürftige Kinder in den Slums Nairobis. Im aktuellen Newsletter schreibt RealStars u.a. auch über die Geschäftsseminare, die ich für die Eltern unserer Patenkinder geführt habe. Hier ein Auszug aus dem Rundbrief:

cut_DSC08889Unsere Kinder leben mit ihren Familien in extremer Armut. Die meisten Eltern betreiben kleinere Geschäfte um etwas Geld zu verdienen. Andere träumen davon, ein eigenes Geschäft zu eröffnen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Da wir davon überzeugt sind, dass Kleinstgewerbe das Potenzial haben, die Lebensumstände der Kinder zu verbessern, haben wir ein Programm eingeführt, um Kleinstunternehmer zu fördern – also praktisch eine wirtschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe.

cut_DSC08906Während der letzten Seminarreihe für Geschäftsleute konnten wir einigen Eltern unserer Patenkinder Grundwissen vermitteln, das zum Erweitern der Geschäfte und zur Einkommenssteigerung hilfreich ist. Mehr als 30 Eltern nahmen an dem Seminar teil. Am Ende konnten wir 22 Zertifikate vergeben! Wir freuen uns sehr, die kleinen Erfolge in ihren Geschäften zu sehen und hoffen, dass sie das Wissen aus den Seminaren nutzen, um in Zukunft selbstständig für ihre Familien sorgen zu können – und vielleicht in Zukunft die Schulgebühren ihrer Kinder selbst zahlen…

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Die ersten Seminare für Kleinstunternehmer habe ich in verschiedenen Teilen von Nairobi gehalten. Viele der Teilnehmer kamen aus Kenias größtem Slum Kibera. So war es Zeit für mich, Seminare direkt im Kibera-Slum selbst anzubieten. Zwischen Wellblechhütten wurden aus drei verschiedenen Häusern Stühle aufgestellt, Wäscheleinen halfen bei der Anbringung von Schulungsmaterialien. Erwartungsgemäß war es ein großer Vorteil, denn die Teilnehmer waren in ihrer gewohnten Umgebung deutlich sicherer und es entwickelte sich eine tolle Dynamik. Ein paar Eindrücke der Seminare mitten aus dem Kibera-Slum: (für größere Ansicht aufs Bild klicken)

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Die erste Seminargruppe aus Kenias größtem Slum

Die erste Seminargruppe aus Kenias größtem Slum

Seit einem halben Jahr habe ich mich in Kenia darauf vorbereitet, und eigentlich schon deutlich länger davor in Deutschland. Gestern war es endlich so weit: Ich habe mein erstes Seminar für Kleinstunternehmer gehalten!

Die sieben Teilnehmer kamen alle aus Kibera, Kenias größtem Slum mit circa einer Million Einwohnern, und alle sind in unterschiedlichen Branchen aktiv. Der junge Mann mit dem Schal (wegen der Regenzeit haben wir bitterkalte 20 Grad in Nairobi) verkauft z.B. Tomaten und Zwiebeln, der Herr rechts hinter ihm betreibt einen Friseursalon (sprich er schneidet Haare in einer Wellblechhütte), ein weiterer hat sich mit zwei Kollegen ein Moppet gekauft und fährt Menschen und Waren gegen Gebühr ans Ziel. Fast alle Teilnehmer haben zwei bis vier Kinder und halten sich mit ihren Unternehmen mehr schlecht als recht über Wasser. Ziel der Seminare ist, ihre Einkünfte zu stabilisieren und zu erweitern, damit sie selbstständig für sich und ihre Familien sorgen können.

Kollegiale Beratung: Ein Teilnehmer erklärt sein Unternehmen und ein zentrales Problem darin, die restlichen Teilnehmer versuchen zu helfen.

Kollegiale Beratung: Ein Teilnehmer erklärt sein Unternehmen und ein zentrales Problem darin, die restlichen Teilnehmer versuchen zu helfen.

Ein zentrales Element des ersten Seminars war die s.g. „Kollegiale Beratung“. Ein Teilnehmer erläutert sein Unternehmen und ein Kernproblem oder eine Schlüsselfrage. Daraufhin beraten die restlichen Teilnehmer den Kollegen mit Hinweisen, Ratschlägen oder Tipps. Diese Technik ist besonders stark, denn die Lösung kommt aus der eigenen Kultur und dem gleichen Umfeld. Ich war positiv überrascht, welch kreative Dynamik sich entwickelt hat. Es gab zahlreiche „Aha-Effekte“, sowohl bei den Teilnehmern, als auch bei mir!

Aufmerksame Zuhörer mit Aha-Effekten

Aufmerksame Zuhörer mit Aha-Effekten

Am Ende sollte jeder Teilnehmer EINE Schlüsselerkenntnis aufschreiben, wobei die Teilnehmer zu meiner Freude bis zu sieben Punkte notierten. Die Schlüsselerkenntnis bildet gleichzeitig die Hausaufgabe, die sie während der laufenden Woche in die Tat umsetzen sollen. Nach einer Woche treffen wir uns zum zweiten Seminar und ich bin gespannt über ihre Berichte…

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Hausbesuch Slum

Hausbesuch im Slum

Um den Kontakt mit Kleinstunternehmern zu pflegen und Verbindungen zu knüpfen, besuche ich auch immer wieder Geschäftsleute in den Slums. Etwas verblüfft war ich bei einem Gespräch letzte Woche in Kibera, Kenias größtem Slum mit ca. 1 Millionen Einwohnern. Mein lokaler Partner „Real Stars“ sichert vor allem Schulgebühren von bedürftigen Kindern. Durch Sponsoren z.B. aus Deutschland können dadurch derzeit über 100 Kinder eine Schule besuchen – weitere 84 Kinder stehen auf der Warteliste! Bei einem Hausbesuch sprach ich gemeinsam mit einer Sozialarbeiterin von Real Stars mit einer Mutter eines Kindes, das neu in das Schulprogramm aufgenommen wurde. Bei der Frage, welcher Arbeit die Mutter nachgeht, antwortete sie knapp: Ich braue Alkohol.

Ich war perplex. Das ist höchst illegal und diese Frau wurde bereits mehrfach von der Polizei verhaftet. Ich habe immer wieder Berichte gelesen von gepanschtem Alkohol in den Slums, durch den Leute erblinden oder gar sterben. Nun also traf ich eine dieser Braumeisterinnen in ihrer Hütte. Endgültig skurril wurde es, als ein „Kunde“ hereintorkelte und für 30 Eurocent seinen Flachmann auffüllte. Als meine Verwunderung nachließ wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, dieses Kind zu unterstützen. Die Kinder können nichts für das Geschäft ihrer Mutter. Häufig müssen sie helfen, den Alkohol zu verkaufen. Und offenbar passiert es regelmäßig, dass betrunkene Kunden die Mädchen missbrauchen. Durch die Schulbildung auf einem Internat bekommt das Kind nicht nur die Chance, den Kreis der Armut zu durchbrechen, sondern es kommt auch raus aus diesem gefährlichen Umfeld.

Ich jedenfalls plane nicht, diese Frau für Ihr Unternehmen zu beraten – es sei denn, sie ändert die Branche!

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Im Rahmen meiner Umfrage unter Kleinstunternehmern hier in Nairobi konnte ich viele wertvolle Gespräche führen und habe eindrucksvolle Persönlichkeiten getroffen. Eine Frau beispielsweise, die in ihrem kleinen Restaurant montags bis samstags von 6 Uhr bis 21 Uhr durchgehend arbeitet, und das für einen Umsatz zwischen umgerechnet 1,50 Euro und 5 Euro pro Tag. Auf ihrer Speisekarte stehen zwei Gerichte und Chai (Tee). Eine weitere Frau, die von einer Freundin 10 Euro bekommen und damit ihren kleinen Gemüsestand gestartet hat. Ein Mann, der vor drei Jahren zum Start seines Unternehmens 38 Euro zusammengespart hat und heute einen florierenden Kiosk führt. Fotos von diesen und vielen weiteren Überlebenskünstlern gibt es jetzt im Fotoalbum (hier klicken).

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