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Archive for the ‘Projekt’ Category

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Interessierte können hier unsere alten Beiträge noch einmal nachlesen.

Unser Auto ist angekommen

Mittwoch, 18. Dezember 2013 10:06:19

Die Weihnachtszeit begann bei uns mit einem Geschenk. Unser Auto, das wir über einen bekannten Händler in Nairobi aus Japan importiert haben, ist endlich eingetroffen. Wir sind sehr dankbar, dass wir die ersten Monate ein Auto eines ehemaligen DIGUNA-Kollegen ausleihen durften. Der gute alte Peugeot 505 hatte bereits über 430.000 km gelaufen und jeden Morgen haben wir gebangt, ob er tatsächlich anspringt. Aber er tat es immer. Einmal ist uns ein Rad von der Lenkaufhängung abgerissen – während der Fahrt! (siehe Foto) Gott sei Dank waren wir auf einer Staubstraße und somit langsam unterwegs. Ansonsten hat uns der treue Begleiter immer zuverlässig ans Ziel gebracht. Aber nun sind wir sehr froh darüber, dass wir mit unserem Nissan X-Trail ein sicheres und auch geländegängiges Fahrzeug haben, bei dem wir nicht bangen müssen, dass uns so bald unser eigenes Rad überholt. Und bei den vielen Staus, dem Staub und den Abgasen auf den Straßen Nairobis, aber auch auf den Schlammpisten im Umkreis macht unser neueres Auto die Arbeit deutlich angenehmer und sicherer.

Besuch der Handelsmesse „Nairobi International Trade Fair“

Donnerstag, 10. Oktober 2013 20:51:46

In der vergangenen Woche habe ich die „Nairobi International Trade Fair“ besucht. Auf dieser Handelsmesse haben neben den großen Unternehmen auch viele Mikro- und Kleinstunternehmen ausgestellt. Dort habe ich kreative Köpfe, Überlebenskünstler, Key Player und großes unternehmerisches Potential getroffen. Der kreative Kopf war ein junger Mann, der Bleistifte aus recyceltem Zeitungspapier herstellt. Statt Holz wird um die Miene das Altpapier gewickelt und gehärtet. Auch wenn es keine absolute Neuerfindung ist, war ich von der Kreativität und der Begeisterung des Jungunternehmers sehr angetan. Die Überlebenskünstler waren für mich zwei Frauen, die während der Woche ihre (Plastik)Perlenketten herstellen und am Samstag verkaufen. Manchmal verdienen sie keine zwei Euro (für die ganze Woche!), manchmal bis zu 50 Euro. Mit diesem schwankenden Einkommen bringen sie ihre Familien durch. Der Key Player (Schlüsselfigur) war für mich der Vorsitzende einer gerade einmal drei Monate alten Behörde zur Förderung von Kleinstunternehmen. Der Vorsitzende war sehr interessiert und wir haben einen Termin für die nächste Woche vereinbart. Das unternehmerische Potential lächelte mich hinter einem kleinen Tisch an und pries mir seinen Soja-Kaffee und Bio-Gewürzmischungen an. Bevor er sich vor zwei Jahren selbstständig machte, hielt er sich als Hilfsarbeiter mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Dank seiner Idee und einigen mutigen Schritten leitet er nun ein kleines Unternehmen mit vier Angestellten und verkauft seine Waren sogar in Supermärkten.Es war spannend für mich, so viele Gründer von kleinen Unternehmen zu interviewen. Was war ausschlaggebend für ihren Erfolg? Was sind die größten Hindernisse für ihr Geschäft? Was fehlt ihnen zum Expandieren?Bisher folge ich dem Rat der ersten 100 Tage, den Mund zu schließen und Augen und Ohren zu öffnen, um nicht vorschnell Ratschläge aus meinem deutschen Denken heraus zu verteilen. Ich möchte mir erst ein umfassendes Bild machen, bevor ich mit der eigentlichen Beraterarbeit beginne. Ich bin gespannt, wie meine Zeit der Bestandsaufnahme und Beobachtungen für mich weitergeht. Und ich freue mich auf viele weitere interessante und inspirierende Gespräche!

Zwei Wochen nach „Westgate“

Freitag, 4. Oktober 2013 15:33:48

Der Beginn des Terrorangriffs auf das Westgate Einkaufszentrum ist nun knapp zwei Wochen her, und trotzdem ist die Verunsicherung in Nairobi noch überall zu spüren. Es hat uns berührt, wie die Kenianer zusammengestanden haben. Weil in dieser Stadt so viel Blut unnötig vergossen wurde, sind tausende dem Aufruf des Roten Kreuz gefolgt, ihres zu spenden. In langen Schlangen standen die Kenianer stundenlang an, um ihren Teil zu der Hilfe beizutragen. Auch ich hatte mich zum Blutspenden registriert, aber wegen der frischen Gelbfieberimpfung konnte es leider nicht angenommen werden. Die Solidarität war überwältigend, überall erschienen die Schlagworte „We Are One“ (Wir sind EINS). In einem Land, in dem sich sonst oft die verschiedenen Stämme anfeinden, ist so ein Ausdruck des Zusammenhalts enorm!

Einkaufszentrum in Nairobi

Samstag, 21. September 2013 18:49:53

Wir sind erschüttert über die heutigen Ereignisse in dem bekannten Einkaufszentrum „Westgate“ in Nairobi. Uns geht es soweit gut und wir sind nicht direkt betroffen. Vielen Dank an alle, die an uns denken und für uns beten!

Salome’s Einschulung

Mittwoch, 4. September 2013 22:55:56

Nur einen Tag nach unserer Ankunft hatte Salome ihren ersten Schultag in einer britischen Schule. Die Einschulung wird dort nicht wie in Deutschland gefeiert, aber wir haben es uns nicht nehmen lassen, diesen besonderen Tag nach deutscher Tradition mit einer ordentlichen Schultüte zu feiern, die wir in Einzelteilen mitgebracht um am Vorabend gebastelt haben. Die Lehrer sind supernett und Salome kennt ein paar Kinder noch aus ihrer Vorschulzeit. Josias hat nun ebenfalls mit der Vorschule begonnen und hatte auch viel Freude. Die beiden laufen also von nun an Montag bis Freitag in Schuluniform herum – und wir finden, sie steht ihnen gut! smileHeute habe ich meine neue Chefin zu einem ersten Gespräch getroffen. Rose Muiu, die Gründerin der kenianischen Organisation „Real Stars“, mit der ich zusammenarbeiten werde, hat in Deutschland studiert und ist eine unglaubliche Powerfrau. Am Freitag ist ein Vorstandstreffen einberufen, bei dem wir dem Vorstand und dem Team vorgestellt werden. Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit Rose und „Real Stars“!

Angekommen!

Dienstag, 3. September 2013 22:53:39

Mit einiger Verspätung sind wir geschafft aber glücklich in Nairobi angekommen. 4,5 Stunden in einem Flugzeug zu sitzen, ohne dass es fliegt, kann ganz schön deprimierend sein. Besonders wenn man weiß, dass man noch 8,5 Stunden Flug vor sich hat. Meckern möchten wir aber nicht, denn mit einem technischen Defekt möchte man schließlich auch nicht abheben und so sind wir froh, dass der Pilot diesen noch auf der Startbahn bemerkt hatte.Der Flughafen in Nairobi war noch schwer von dem verheerenden Brand vor vier Wochen gezeichnet. Die Abwicklung fand z.T. unter Zelten und in provisorischen Räumen statt. Unter diesen Umständen hat alles aber erstaunlich gut geklappt. Alle Koffer sind angekommen, Passkontrolle und Zollabfertigung verliefen wie geschmiert (bitte nicht wörtlich nehmen!) und freundliche Mitarbeiter haben beim Verladen der Koffer geholfen. Ein großes Lob an das Flughafenpersonal!!Mächtig stolz sind wir besonders auf unsere Kinder Salome und Josias, die trotz der langen Reise unglaublich gut mitgeflogen sind. Schließlich haben wir sie Montagnacht um 3:30 Uhr aus dem Bett geworfen und konnten sie erst Dienstagnacht um 4 Uhr wieder ins Bett bringen. Unseren ersten Tag in Kenia haben wir neben Einkaufen und Koffer auspacken vor allem mit Händeschütteln und Begrüßungsritualen verbracht, die in der afrikanischen Kultur naturgemäß ausgiebiger ausfallen als in Deutschland. Es war schön und bewegend, so herzlich von Freunden und ehemaligen Kollegen willkommen geheißen zu werden. Salome und Josias sind unserem Hund Java um den Hals gefallen und sind stundenlang mit ihr auf der Station herumgelaufen, als ob sie nie weg waren.
Mittlerweile haben wir auch Internet und Telefon und sind somit wieder zu erreichen.
Tel: +254 703 508 195 (Sven)
Tel: +254 703 508 196 (Doreen)Wir möchten uns bei allen herzlich bedanken, die an uns gedacht und für uns gebetet haben. Es ist für uns nicht selbstverständlich, dass wir wieder in Kenia sind und wir freuen uns auf spannende und neue Aufgaben…

Brand am Flughafen Nairobi

Donnerstag, 8. August 2013 21:11:22

Gestern stand unser Zielflughafen in Nairobi in Flammen. Das komplette Ankunftsgebäude ist abgebrannt und somit wurde das wichtigste Transportdrehkreuz Ostafrikas lahmgelegt. Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden. Jetzt wird improvisiert, damit der Flugverkehr irgendwie weitergehen kann. Unsere Ausreise am 2. September wird sich dadurch aber nicht verschieben.Wir laden herzlich ein zu unserem Aussendungsgottesdienst am 18. August um 10 Uhr in der FeG Bever (Beverstr. 61, Halver-Schwenke). Eine tolle Möglichkeit, näheres über unseren Einsatz zu erfahren, Gemeinschaft zu haben und Abschied zu nehmen. Wir freuen uns, wenn viele kommen!Unser erster Rundbrief ist übrigens nun auch online abrufbar (hier klicken).

Vorbereitungszeit bei der „Akademie für Internationale Zusammenarbeit“

Freitag, 5. Juli 2013 17:36:16

Seit dem 1. Juli läuft unsere zweimonatige Vorbereitungszeit für unseren Einsatz mit CFI in Kenia. Neben verschiedenen Arztbesuchen, Packen und Organisieren findet die eigentliche Vorbereitung in der „Akademie für Internationale Zusammenarbeit“ (AIZ) in Bad Honnef statt. Die AIZ ist eine spezielle Hochschule für Entwicklungshelfer und andere international tätige Berufe. Die Kurse sind mindestens ebenso spannend wie die Teilnehmer selbst. In der ersten Woche habe ich die Kurse „Landesanalyse“ und „Interkulturelle Reflektion“ (IR) belegt. In meiner IR-Gruppe war z.B. der stellvertretende Botschafter von Tschad, eine Entwicklungshelferin für Katastrophen-Frühwarnsysteme in Sambia und der Entwicklungshilfe-Koordinator der Botschaft in Indien. Eine spannende Gruppe mit extrem interessantem Austausch und wertvollen Diskussionen. Aber auch BKA-Kommissare, Wissenschaftler für Wassermanagement oder Leiter von Goethe-Instituten drücken mit mir hier die Schulbank. In den nächsten Wochen stehen ebenso spannende Themen wie „Ergebnisorientiertes Management“, „Wirkungsorientiertes Monitoring und Evaluierung“, „Beratungsrollen und -kompetenzen“ oder „Stärkung unternehmerischen Handelns“ auf dem Programm. Und natürlich darf das obligatorische Sicherheitstraining nicht fehlen.
Der vermittelte Stoff ist anspruchsvoll und sehr praxisorientiert, aber besonders die Gespräche mit anderen Teilnehmern empfinde ich als ungeheuer horizonterweiternd. Menschen mit einem großen internationalen Erfahrungsschatz und frische, neue Blickwinkel auf entwicklungspolitische Fragen fordern mich immer wieder zum Umdenken auf. Ich kann jetzt schon sagen, dass die Zeit hier die Planung und Umsetzung unseres Existenzgründungsprojektes stark beeinflussen wird. Und wieder einmal bin ich dankbar, dank CFI den Status „Entwicklungshelfer“ zu haben und damit den Zugang zu dieser wirklich bereichernden Akademie zu haben!

Zieglers zurück nach Afrika

Sonntag, 23. Juni 2013 00:38:44

Nach fast einem Jahr in Deutschland geht unser Weg tatsächlich noch einmal nach Afrika. Die christliche Entwicklungshilfegesellschaft CFI – „Christliche Fachkräfte International“ wird uns ab September 2013 für drei Jahre nach Nairobi in Kenia entsenden. Wir werden dort in einem Existenzgründungsprojekt als Berater für Kleinstunternehmer tätig sein. Also eine wirtschaftliche „Hilfe zur Selbsthilfe“. Darum wird dieser Blog wieder aufleben und bald weitere Infos bringen. Es lohnt sich also wieder häufiger vorbeizuschauen…

Zurück in Deutschland

Freitag, 13. Juli 2012 13:19:03

Wir sind gut in Frankfurt gelandet, die Kinder sind wieder sehr gut mitgeflogen und waren echt klasse. Der Abschied fiel uns nicht leicht, es war sehr emotional und wir werden unsere vielen Freunde in Kenia sehr vermissen. Wir sind dankbar für die gute Zeit, die wir als Familie dort hatten.Das Entsendegesetz sieht vor, dass man noch einige Zeit bei dem deutschen Arbeitgeber beschäftigt ist. So werden wir erst mal bei DIGUNA in Haiger sein. Es stehen hier noch einige Gespräche, Termine und Auswertungen an.Wir möchten uns sehr herzlich bei allen bedanken, die in den vergangenen 3 Jahren und 8 Monaten mit uns gefiebert, an uns gedacht, uns unterstützt haben. Wir wissen das zu schätzen und es bedeutet uns sehr viel!

Rückreise

Dienstag, 5. Juni 2012 23:13:22

Unser Rückflug ist gebucht und am 11. Juli geht’s zurück in die Heimat! Für uns gibt es bis dahin noch sehr viel zu organisieren. Hausrat verkaufen, verschenken oder verpacken, der Rücktransport einiger unserer Habseligkeiten muss organisiert werden – und die Arbeit im DIGUNA-Serve Büro muss abgeschlossen und übergeben werden. Doreen hat noch ein paar Abschiedskonzerte, die einige lokale Künstler extra für sie organisiert haben. Und Salome und Josias werden ihr „Schuljahr“ im Kindergarten noch abschließen. Wir sind besonders gespannt, wie die Kinder den Umzug von der dritten in die erste Welt mitmachen.

Drei Lebensgeschichten

Sonntag, 29. April 2012 22:04:32

Ich (Doreen) möchte mit euch mit diesem Eintrag drei verschiedene Lebensgeschichten teilen, die mich sehr beschäftigen:

Vor einigen Monaten hat die Regierung mit Bulldozern einen kompletten Slum nieder gemacht. Die Begründung: Es lag keine Baugenehmigung vor und der Slum war in der Nähe eines Flughafens, was angeblich zu gefährlich für die Anwohner gewesen sei. Völlig gleichgültig, dass der Slum schon seit Jahren an diesem Ort ist und völlig egal, dass nun tausende Menschen kein Obdach mehr haben.
Roselyn, eine kenianische Mitarbeiterin bei DIGUNA, die sich in verschiedenen Projekten in ganz unterschiedlichen Slums in Nairobi engagiert, hatte auch in diesem Mitumba Slum gearbeitet. Mittlerweile konnte sie wenigstens ein paar Familien helfen und in unserer Nachbarschaft Zimmer mieten, in denen sie nun erst einmal Obdach fanden. Ziel ist es aber, dass sie durch eine Arbeit für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen können, was nicht einfach ist. Umso erfreulicher ist, dass eine Gruppe von Mamas die Idee hatten, aus alten Plastiktüten Taschen, Körbe, Badezimmermatten, Teppiche etc. zu häkeln, um diese dann zu verkaufen. Diese Idee ist nicht neu in Kenia, es gibt schon einige solcher Projekte. Aber es ist einfach klasse, wenn Frauen überlegen was sie können und dann versuchen damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und mit dieser Geschäftsidee der ehemaligen Slumbewohnerinnen wird gleichzeitig Müll recycelt.
Roselyn und ich haben uns schon vorher über einige Möglichkeiten unterhalten. Sie wollte, dass ich meine Ideen den Mamas persönliche erzähle und ihnen somit auch Mut mache. So haben wir uns am vergangen Dienstag auf den Weg gemacht und sind dabei so tief im Schlamm mit unserem Auto stecken geblieben, dass zehn Leute uns befreien mussten. Bei den Mamas angekommen, konnte ich ihnen einige Tipps geben, habe ihnen mögliche Designs aufmalen können und wir haben einen Plan für die nächsten Wochen aufgestellt. Eventuell wartet auch schon der erste größere Kunde, nämlich DIGUNA`s Gästebetrieb, der die Apartments mit Badematten ausstatten möchte.

Anschließend haben wir gleich noch eine Familie in der Nähe besucht. Das Schicksal von Mama Eveline mit ihren 8 Kindern trifft mich besonders. Ihr Mann ist weggelaufen und somit steht sie komplett allein da. Zur Zeit haben wir eine sehr heftige Regenzeit, dass zum Teil Straßen in reisende Flüsse verwandelt werden. Das Dach der zwei kleinen Zimmerchen der Wellblechhütte ist so kaputt dass die Kinder vor lauter Regen, welcher überall hineinläuft, nachts nicht schlafen können. Das Dach neu zu decken geht nicht, da die Pfeiler des Hauses so sehr von Termiten zerfressen sind, dass es zusammen brechen würde, wenn jemand drauf stiege. Vor drei Tagen habe ich als Übergangslösung zumindest mal eine Folie besorgt, die ein Freund gleich befestigt hat.
Das Land, auf dem Mama Eveline lebt, wurde ihr damals zugeordnet und gehört EIGENTLICH ihr, was ja hervorragend wäre. ABER sie hat das einzige Papier, was dies bezeugt, dem Bürgermeister (oder so etwas ähnliches) auf sein Drängen hin ausgehändigt. Dieser meinte, ihr Land sei zu groß und er bräuchte die Hälfte davon, um es zu verkaufen. So kann es also sein, dass dieser Bürgermeister, der als sehr korrupt gilt, gleich ihr komplettes Land einfach so verkauft hat. Das hat nämlich genau dieser Mensch gleich mehrfach bereits getan. Das heißt, Familien kaufen Land, bauen darauf und plötzlich kommt ein Bulldozer, zerstört das Haus und der andere „rechtmäßige Besitzer“, der die richtigen Papiere besitzt, möchte sein Land übernehmen. JA, es ist eine riesige Sauerei und Ungerechtigkeit und natürlich ist es auch hier in Kenia nicht rechtens. ABER diese arme Frau hat ja niemals die Möglichkeit vor Gericht zu ziehen, sie hat ja noch nicht einmal genug Geld, um genügend Lebensmittel für ihre Kinder zu kaufen. Außerdem hat dieses wichtige Papier ja dieser schlimme Mensch und somit hat sie keinen Beweis. Ich hatte gestern wegen dieser Sache den Chief, dem zuständigen Gebietsvertreter, bei mir zu Besuch. Er hat hier einen sehr guten Ruf, und hilft den Menschen hier wo er kann. So konnte er uns erklären, welche Schritte wir jetzt gehen müssen, um zu prüfen, auf welchen Namen das Grundstück läuft. Wir hoffen, dass dieser korrupte Bürgermeister keine weitere Schandtat auf Kosten dieser armen Frau getrieben hat. Denn nur wenn wir die rechtmäßige Urkunde des Besitzes haben, können wir der Mama helfen ein ordentliches Haus zu bauen.

Die dritte unfassbare Geschichte passierte während der Unruhen nach den Wahlen vor vier Jahren. Kevin, ein damals 14jähriger Junge aus unserer Nachbarschaft, war zur falschen Zeit am falschen Ort. Er war kerngesund und ein guter Schüler und besuchte seine Oma auf dem Land. Es gab plötzliche Tumulte vor dem Haus der Oma und sie gingen raus, um nachzusehen. Versehentlich traf ihn eine Kugel eines Polizisten in den Bauch und stoppte in der Wirbelsäule des Jungen. Seit dem ist Kevin Querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Der Staat ist gerade mal für die ersten 3 Monate Krankenhausaufenthalt aufgekommen. Die folgenden 3 Monate Klinkaufenthalt musste die arme Familie selber bezahlen. Im wahrsten Sinne des Wortes vegetierte Kevin ein Jahr lang vor sich hin. Er hatte schlimme Depressionen. Urin und Stuhl konnte er nicht halten, und da sich die Eltern die teuren Windeln nicht leisten konnte, lag er ständig drin. Die Eltern konnten glücklicherweise eine gute Internatsschule für körperlich behinderte Kinder finden und seit dem blüht Kevin auf. Angesichts der teilweise schlimmeren Behinderungen seiner Mitschüler, findet er sogar, er sei gar nicht so schlimm dran. Da der Staat aber auch hier für keinerlei Kosten aufkommt (Schulgebühren), muss die Familie nach jedem Term (3 Monate) bangen, ob sie es geschafft haben, so viel Geld zu erarbeiten. Im letzten Term wurde Kevin beinahe nach Hause geschickt, weil die Eltern nur einen Teil der Schulgebühren bezahlen konnte. Auch das ist hier in Kenia so, dass Kinder, deren Eltern die Schulgebühren nicht zahlen konnten, nach Hause geschickt werden, bis das Geld mitgebracht wird. In Kevins Fall war ein guter Freund, der uns im Februar aus Deutschland besuchte, für Kevins Mutter ein Wunder. Am Sonntag bekam sie den Anruf von ihrem Sohn, dass er nach Hause geschickt wird und am Montag stand unser Freund mit einem Umschlag in der Hand vor Kevins Mutter – ohne davon zu wissen. Nach dieser großen Last, war es ein echtes Wunder für sie. Sie konnte vor lauter Glück gar nicht schlafen. Heute haben wir Kevin spontan mit einem Kuchen besucht und sind dankbar für seinen Optimismus. Er ist Zweitbester in seinem Jahrgang und möchte gerne einmal Straßenbauingenieur werden.

Es ist mir sehr wichtig, das mit euch zu teilen. Es sind nur drei von vielen tausenden Lebensgeschichten hier in diesem Land. Ein Land voller sozialer Ungerechtigkeit, wo man sogar im schlimmsten medizinischen Notfall im Krankenhaus erst bezahlen muss, ehe man behandelt wird. Bitte betet für das Häkelprojekt, Mama Eveline mit ihren 8 Kindern und für Kevin und seine Familie. Aber auch, dass durch die bevorstehenden Wahlen endlich eine Regierung zustande kommt, die auf die Menschen ihres Landes achtet!!!

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